Wellness für deine Libido

Wie du deine sexuelle Lust steigern kannst

Keine oder wenig Lust auf Sex beeinflusst nicht nur die Beziehung zu dir selbst und zu deinem/r (Sexual-)Partner/-in. Eine verminderte Libido ist auch ein Zeichen dafür, dass deine Beziehungen geschwächt sind. Wenn deine Libido schwach ist, gilt es also, diese Beziehungen anzuschauen und zu stärken:

Die Beziehung zu dir selbst

Fühlst du dich wohl in deinem Körper? Bist du sensibel für sanfte Berührungen und anregende Worte oder fühlst du dich eher taub für sexuelle Reize? Kümmerst du dich um dich selbst, wie du es von deinem/r Partner/-in erwartest? Bist du bereit dich zu entspannen und dir Zeit für Sex zu nehmen?

All diese Fragen solltest du dir stellen, wenn dir dein Sexleben wichtig ist. Und ich denke, du wärst nicht hier, wenn es nicht so wäre. Sehr schön!

Es gibt einige Dinge, die sich auf deine Beziehung zu deinem Körper und somit auch auf deine Sex-Lust auswirken:

No. 1

Deine Libido ist Energie, die fließen will. Stress führt zu Anspannungen und Anspannungen blockieren frei fließende Energie. Wenn du viel zu tun hast und deinem Körper somit auch signalisierst, dass du keine Zeit hast, öffnet er sich auch nicht einfach mal schnell abends im Bett um „kurz intim“ zu werden. Sexualität passiert nicht nur abends im Bett. Sexualität ist nicht einfach nur ein Akt. Sexualität ist quasi eine komplette Verhaltensweise, etwas das du lebst. Und wenn du ein blockiertes Leben ohne Zeit führst, führst du auch eine blockierte Sexualität, für die sich keine Zeit findet. Zeit ist übrigens vor allem für die meisten Frauen im Bett (oder auf dem Schreibtisch oder in der Küche oder wo auch immer man es tun will) ein wichtiges Thema. Wieso das so ist, erfährt du hier.

No. 2

Nahrungsmitteln wie Kakao bzw. dunkler Schokolade, Beeren, Äpfel oder Maca werden in Büchern, traditionellen Überlieferungen und teilweise sogar in Studien positive Auswirkungen auf die sexuelle Lust nachgesagt. Was ich auf jeden Fall bestätigen kann: Schokolade entspannt. Und wenn ich entspannt bin, ist meine Libido deutlich höher. Ich bin aber definitiv kein Fan von „Wunderpillen“ oder eben dem Wunder-Stück-Schoki, das man sich reinhaut, um bereit für Sex zu sein. Ich sehe das alles viel ganzheitlicher: Wenn du dich die ganze Zeit ungesund ernährst, deinem Körper nicht die Nährstoffe gibst, die er braucht und dich somit auch nicht in deinem Körper wohlfühlst, dann hilft das Stück Schokolade oder der Maca-Drink auch nichts mehr. Lust ist nicht etwas, was man einmal die Woche hochtreiben sollte, wenn man sie braucht. Lust (egal ob sexuelle Lust oder einfach die damit stark verbundene Lebenslust) sollte doch immer hoch sein! Wir wollen doch ein Leben voller aufregenden, lustvollen Abenteuern und nicht ein Leben, das einmal die Woche ein bisschen Spaß macht. Und weißt du, was zum Beispiel Spaß macht? Sexuelle Anziehung. Und zwar nicht nur ein paar Mal, wenn es „reinpasst“. Wenn uns sexuelle Anziehung durch unseren Alltag begleitet, sind wir einfach viel entspannter, mutiger, lebensfroher und achtsamer. Und vielleicht bringt dir alleine diese Frage schon eine aussagekräftige und erweckende Antwort, um deine Libido wieder aufleben zu lassen: Wann fühlst du dich wohler, entspannter und sexyer in deinem Körper – nach einem großen, frischen Salat mit Erdbeeren, Tomaten und Zitronen-Tahini-Dressing oder nach einer großen Portion fettiger Chicken-Nuggets mit Mayo und Ketchup? Also Imbiss-Bude oder leichtes Candle-Light-Dinner? (Denke auch an deinen Atem danach.)

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass du nur noch Salat essen sollst. Das soll nur bedeuten, dass es sich sehr lohnt, dich mit deinen Essgewohnheiten bewusst auseinanderzusetzen. Dein Lebensstil steht in direkter Verbindung mit deiner sexuellen Funktion. 

Tribulus-Terrestris aka Erd-Burzeldorn ist ein Kraut, das die Libido bei Männern nachweislich durch eine gesteigerte Durchblutung des Glieds erhöht. Auch bei 76% der Frauen führte das Kraut zu einem gesteigerten sexuellen Verlangen und 73% erlebten sogar häufiger Orgasmen. (Dosis: 750mg pro Tag)

No. 3

Die Frage „fühlst du dich wohl in deinem Körper“ habe ich dir direkt am Anfang gestellt, denn die Antwort darauf beeinflusst dein Sex-Leben, sogar sehr. Sex ist Verbindung mit der Person, mit der du es tust. Diese Verbindung ist umso stärker, je mehr du eine Verbindung zulässt und dieses Zulassen gelingt dir nur, wenn du dich wohlfühlst in dem Tempel in dem du wohnst = dein wundervoller Körper. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Liebe zu deinem Körper zu stärken. Bewegung bzw. Sport (obwohl zu extremer Sport die Libido sogar schwächen kann) hilft dir dabei, deinen Körper besser wahrzunehmen und dich darin wohler zu fühlen. Beim Kraft-Training schüttet dein Body sogar Testosteron aus, was die Libido steigert. Besonders für Frauen oder Männer mit viel weiblicher Energie, denen es schwer fällt sich im Bett „fallen zu lassen“, können Selbstliebe-Rituale unterstützen, wie ein heißes Bad einmal pro Woche, liebevolle Affirmationen, die du dir jeden Morgen selbst sagst und einfach regelmäßig eingeplante Zeit für dich.

Wahrscheinlich hast du es schon geahnt: Es geht hier um das Thema Sex. Und um deinen Körper. Also geht es natürlich auch um die Erforschung deiner  erogenen Zonen. Wenn du dich selbst noch nie so richtig mit deinem Penis (stures Wedeln gilt übrigens nicht), deinen Brüsten oder deiner Pussy auseinandergesetzt hast, ist es wahrscheinlicher, dass du diese wichtigen Stellen mit Scham, Unsicherheit oder Ängsten verbindest und weniger mit Schönheit, Leidenschaft, Liebe und Lust. 

No. 4

Ich habe bereits über die Verbindung zu deinem Körper gesprochen. Mindestens genauso wichtig ist es, dass du eine Verbindung zu deinem Inneren schaffst, zu deinem wahren Ich, zu deiner soul. Um sexuelle Energie außergewöhnlich intensiv zu spüren und somit auch deine Sex-Lust auf ein neues Level zu heben, ist es Voraussetzung, dass du die Energie spürst, die in dir ist, die um dich herum ist, die du im Endeffekt auch selbst bist. 

Dafür empfehle ich dir vor allem zu meditieren! Es gibt verschiedene Arten & Weisen zu meditieren. Du kannst dir geführte Meditationen anhören und dich durch verschiedene Welten führen lassen, du kannst deine Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes richten, du kannst auch während dem Kochen oder Spülen in einen meditativen Zustand kommen. All diese Möglichkeiten kannst du ausprobieren (oder hast es eventuell schon) und deine Lieblings-Variante(n) auswählen. Pascal hat hier kurz und prägnant 10 Schritte für eine erfolgreiche Meditation zusammengefasst. Vielleicht hilft dir das noch weiter. 

Die Verbindung zu deiner soul schaffst du auch, wenn du bewusst wahrnimmst, was dir in deinem Leben widerfährt (denn das ist das Spiegelbild davon, an was du glaubst und was in dir vorgeht). Experimentiere dann ein bisschen herum, indem du das Gesetz der Anziehung für dich nutzt (schreibe zum Beispiel 10 Tage lang jeden Morgen in ein Notizbuch, mindestens 10 Dinge, für die du dankbar bist und schaue was passiert) um zu erkennen, dass du tatsächlich viel mehr bist du als du dachtest. Diese Erkenntnis ist die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis deines Lebens. Sie erhöht deine Energie – und somit auch deine Libido. 

 

Die Beziehung zu deinem (Sex-)Partner/deiner (Sex-)Partnerin

Achja, die junge (oder alte) Liebe. Am Anfang ist alles so krass, oder? Man hat diese Anziehung und hoppelt wie wilde Häschen die ganze Zeit im Bett rum. Irgendwann kommt der Alltag, weniger Zeit (die man sich nimmt) und irgendwie auch weniger Anziehung. Das vorliegende Problem ist meistens dieses: 

Sexuelle Anziehung entsteht zwischen zwei Polen: dem männlichen Pol (das muss nicht unbedingt ein Mann verkörpern, das heißt zB bei einem lesbischen Paar, dass die eine Partnerin eine stärker ausgeprägte männliche Energie hat) und dem weiblichen Pol (same here, nur mit weiblicher Energie). Sexuelle Anziehung basiert also auf Unterschieden. Eine langfristige Beziehung profitiert wiederum von Gleichheiten (gleiche Lebenseinstellung, gleiche Werte…) Das ist vielleicht auch der Grund wieso viele auf Freundschaft + ausweichen: Die Unterschiede versprechen ein gutes Sex-Leben, aber schließen eine feste Beziehung aus. Das hört sich jetzt vielleicht so an: Tja, wenn du und dein/e Partner/in viele Ähnlichkeiten habt und eine wundervolle Beziehung mit tollen Zukunftsaussichten führt, dann leidet eben eure sexuelle Anziehung. Hier gibt es von mir ein großes: Ja, aber daran kann man arbeiten! 

Schauen wir uns noch einmal die beiden Pole an: Wie ich bereits in diesem Beitrag erwähnt habe, ist die männliche Energie bei den meisten Männern die dominante Energie, bei den meisten Frauen ist die weibliche Energie die „Grundenergie“. Allerdings kann und sollte man das im 21. Jahrhundert nicht mehr pauschalisieren, weil wir (zum Glück) auf einem guten Weg sind zu erkennen: LOVE IS F*CKING LOVE. Ob Männer Männer lieben oder Frauen Frauen lieben oder Frauen Männer lieben oder Menschen, die sich nicht definieren wollen Frauen lieben – das ist dabei vollkommen egal. Michaela Boehm hat in ihrem wundervollen Buch „The Wild Women’s Way“ deswegen für weibliche und männliche Energie Ausdrücke gefunden, die Fehlinterpretationen keine Chance mehr geben. 

Sie nennt die beiden Pole go und flow. Sexuelle Anziehung entsteht also zwischen der Person, die den go-Pol annimmt und somit eher leitet, (liebevoll!) Weisung und Struktur gibt und der Person, die den flow-Pol auslebt, also sich öffnet, einlädt und sich führen lässt.

Diese Pole sind natürlich nicht fest bestimmt. Gerade beim Sex ist es schön, verschiedene „Rollen“ einzunehmen und auszuprobieren, mal mehr zu geben und mal mehr zu empfangen. Trotzdem tendieren wir dazu eine Präferenz zu haben. Wenn wir uns erlauben, in dieser Präferenz aufzugehen und diesen Pol somit in uns zu stärken, erschaffen wir sexuelle Spannung. 

Die meisten Paare, die vor allem sehr glücklich zusammen sind, verbringen sehr viel Zeit miteinander und gleichen sich somit mehr und mehr an, was natürlich auf der einen Seite etwas Schönes ist: Man versteht sich besser, kann füreinander da sein, man erlebt und lacht viel miteinander und baut vielleicht sogar gemeinsam etwas auf – sei es eine Familie oder ein Business. Wenn sexuelle Spannung wieder aufgelebt werden soll, müssen allerdings auch Unterschiede her. Diese Tipps können euch dabei helfen:

Egal ob du dir nur einige Minuten am Tag alleine gönnst (zB. für eine warme Dusche und ein ausgiebiges Selbstverwöhnungsprogramm im abgeschlossenen Bad) oder ob du und dein/e Partner/in es möglich machen könnt, euch über mehrere Stunden freie Zeit zu schaffen (zB. für einen Männer-Abend), verbringt auf jeden Fall immer wieder Zeit getrennt voneinander. 

Wenn ihr zusammen wohnt ist es definitiv eine größere Herausforderung getrennt Zeit zu verbringen. Wenn jeder seinen Raum oder seinen Platz hat, an dem es möglich ist, alleine zu sein, ist das sehr viel Wert. So könnt ihr auch eure Zeit damit verbringen, Dinge zu tun die euch in eure flow/weibliche oder go/männliche Energie bringen.

Wenn jeden Tag alles gleich ist und Energie stagniert, stagniert es auch im Bett. Versucht immer wieder etwas frischen Wind in die Beziehung zu bringen: Stellt die Wohnung um, fragt euch neue Fragen (nicht nur das alt-bekannte Wie gehts dir? Wie war dein Tag?), setzt euch neue Intentionen, sammelt Ideen für eine neue spannende Erfahrung, die ihr beide noch nie gemacht habt. Überrascht euch gegenseitig, probiert neue Dinge aus, geht wieder auf Dates, macht eure Beziehung extraordinary!

Sich gegenseitig etwas Gutes tun, sollte nicht nur die erste Zeit in der Beziehung eine Priorität sein. Wenn wir uns als selbstverständlich ansehen und aufhören, uns für den anderen zu bemühen, schläft nicht nur das Sex-Leben ein. Ihr beide habt euch mit oder auch wegen eurer Qualitäten kennen und lieben gelernt. Wieso diese Qualität also einfach wieder in die letzte, staubige Schublade stecken? Fangt euch gegenseitig wieder kleine Aufmerksamkeiten zu geben, egal ob es Blumen, ein gutes Essen oder liebevolle Massagen sind. Auch hier könnt ihr mit den Polen spielen. Der go-Pol zeigt vielleicht wieder mehr seine/ihre Gentleman/Gentlewoman – Seite, der flow-Pol öffnet sich vielleicht wieder mehr,  lässt Dinge zu oder ist bereiter sich führen zu lassen. Ein Blowjob kann zum Beispiel eine wundervolle, heiße flow-Aktion sein, weil die Person zwar gibt, aber sich (in vielen Fällen) dafür auch innerlich öffnen, von Scham-Gefühlen lösen muss und Führung zulassen darf („Wie magst du es am liebsten?“). 

Ich weiß, ich weiß. Dinge kommen hoch und wollen dann auch ausgesprochen werden. Das ist okay und ich empfehle in der Regel auch immer, nichts zu schlucken (außer Sperma – das musst jetzt sein) und zu verdrängen, sondern möglichst schnell aber auch konstruktiv Themen anzugehen. Trotzdem kann es durchaus hilfreich sein, Diskussionen zu verschieben. Ich gebe dir ein Beispiel: Stelle dir vor du und dein/e Partnerin kommen abends von der Arbeit, ihr esst etwas, kommt langsam runter von dem anstrengenden Tag und habt jetzt potentiell Zeit. Eigentlich gibt es auch noch zu klären, wann ihr den neuen Kühlschrank kauft und wie viel ihr dafür ausgeben wollt, aber eins ist klar: Es ist nicht besonders sexy über einen Kühlschrank-Kauf zu sprechen (ich lasse mich natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen, falls jemand dazu Erfahrungen gemacht hat). Ihr habt jetzt also die Möglichkeit, die Zeit so zu nutzen, dass ihr euch gegenseitig heiß macht und einen erotischen Abend verbringt oder aber dass ihr die Blüte direkt im Keim erstickt (sagt man das so?) und über etwas redet, was euch aus eurem Körper und eurer Anziehung raus und in die Welt des Alltags bringt. Ihr könnt euch in dem Moment eine Notiz machen, damit ihr es nicht vergesst und es zu einem späteren Zeitpunkt ansprechen. Vielleicht hilft es euch auch, einen bestimmten Tag und eine bestimmte Uhrzeit in der Woche auszumachen, an dem Dinge besprochen und geklärt werden, die so anstehen.

Was man nicht anspricht ist quasi nicht da. Mit diesem Grundsatz versuchen viele Menschen ihren Themen aus dem Weg zu gehen, damit sich nicht angeschaut werden müssen. Das ist zwar auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite bringt es aber leider rein gar nichts. Außer, dass die Themen größer und immer blockierter werden. Wenn du sexuell frustriert bist, rede darüber! Wenn du dir mehr Sex wünschst, rede darüber! Wenn du dir eine andere „Art“ von Sex erhoffst, rede darüber! Wenn du nicht genau weißt, was dein/e Partner/in gut findet, frage nach! (Und hole dir immer wieder ein Update, denn Zeiten ändern sich und was letztens noch spannend und richtig gut war ist mittlerweile vielleicht irgendwie nicht mehr so angenehm). Tauscht euch aus, macht Sex somit zu einem wichtigen Thema in eurer Beziehung, das nicht mehr vergessen oder verschoben wird – zumindest nicht ständig.

Und ansonsten: Stay positive, always. Alles was eingeschlafen ist, kann auch wieder aufgeweckt werden. Und es ist vollkommen normal, dass (guter) Sex teilweise schwer zu integrieren oder zu bekommen ist. Dafür ist es auch einfach noch mit zu viel Scham und Unwissenheit & co. verbunden. Aber das wird nach und nach aufgelöst, das spüre ich! 

geschrieben von Clara